Maria & the Gang
Geistliche Einordnung von Prädikant Matthias Tiele
Liebe Gemeinde,
der Monat Mai bietet uns einige wichtige Feiertage, darunter Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Zwischen diesen beiden Festen liegen genau zehn Tage, denn Himmelfahrt ist am 40. und Pfingstsonntag am 50. Tag nach Ostern. Beide Feste gehen zurück auf die „Apostelgeschichte“, das fünfte Buch des Neuen Testamentes, das gewissermaßen die Fortsetzung des Lukasevangeliums ist. 40 Tage hindurch sei Jesus den Jüngern nach seiner Auferstehung erschienen, berichtet der Evangelist, dann sei er vor den Augen der Apostel in den Himmel entrückt worden. Zuvor hatte er ihnen noch geboten, nicht von Jerusalem wegzugehen, bis der Heilige Geist auf sie herabgekommen sei. Das geschieht dann anlässlich des jüdischen Wochenfestes (Schawuot), das 7 Wochen nach Pessach, dem jüdischen Osterfest, gefeiert wird. Daher das christliche Pfingstfest am 50. Tag nach Ostern.
Zwischen der Himmelfahrt Jesu und dem Kommen des Heiligen Geistes liegen zehn Tage, die laut der Apostelgeschichte mit Gebet gefüllt sind: Sie alle kamen dort immer wieder zum Gebet zusammen. Auch einige Frauen nahmen daran teil, darunter Maria, die Mutter von Jesus, sowie seine Brüder. (Apg 1,14) Die Erwähnung von Maria, der Mutter Jesu in diesem Zusammenhang ist sehr interessant. Für katholische Christen ist der Mai traditionell der Marienmonat. Das mag für evangelisch aufgewachsene Christen sehr fremd sein, aber Maria gehört nun einmal ins Evangelium. Das stellt auch der Evangelische Erwachsenenkatechismus von 1975 klar heraus: „Maria gehört in das Evangelium. Maria ist nicht nur ‚katholisch‘, sie ist auch ‚evangelisch‘.“ Wobei man vielleicht nicht vergessen sollte: in einem konfessionellen Sinne ist sie weder katholisch noch orthodox noch evangelisch, weil sie Jüdin war.
Vielleicht ist es an der Zeit, Maria neu im Evangelium zu entdecken und von ihr vor allem zu lernen, wie wichtig das Gebet ist.
In diesem Sinne wünsche ich allen einen besinnlichen Mai und schöne Feiertage!
Ihr Matthias Thiele
Das ist nicht naiv und macht uns auch
nicht blind.
Krieg kennt nur Opfer, immer auf
beiden Seiten.
Für sie beten wir, wollen und werden aber auch nicht vergessen, wer der
Agressor ist.
Dies ist Putins Krieg!