Gottes Leute - Gottes Volk - Gottes erwählte Völker?

Geistliche Einordnung zu Psalm 82,8

 

Am 27. Oktober stolperte ich morgens über die Losungen. Dort stand: „Stehe auf, Gott, richte die Erde!  Ja, du bist es, der alle Völker zum Eigentum hat!“ Psalm 82,8. Das hat mich erstaunt. Galt doch immer Israel als Gottes Volk. Und nun las ich in Psalm 82,8, dass alle Völker zu Gottes Eigentum zählen. Sollte ich hier auf eine frühe Strömung in der Bibel gestoßen sein, die den Gedanken der Auserwählung Israels kritisch gegenübersteht? Ich schaute in meiner Biblia Hebraica nach, um mich zu vergewissern, ob die Luther-Übersetzung korrekt war: Tatsächlich steht im hebräischen Text gojim - das Wort für Völker, es sind nicht wie im englischen Folk - einfach Leute gemeint. Ich fragte mich weiter:  Und ist Israel wirklich das einzige auserwählte Volk Gottes?  Auch beim Propheten Amos gibt es kritische Passagen, die Israel erinnern, dass Gott sowie er die Israeliten aus Ägypten geführt hat, so hat er auch die Philister aus Kaftor und die Aramäer aus Kir geführt. … In den USA sprechen die Amerikaner von ihrem Land als God’s own country - und meine ehemalige chinesische Nachbarin erzählte mir, dass sogar das atheistische China sich in seinen nicht verbannten Traditionen als  Gottes auserwähltes Land bezeichnet hat. Welches ist nun Gottes auserwähltes Land? Hat er vielleicht doch mehrere auserwählte Länder oder Völker? Oder sind sie nicht entsprechend Psalm 82 alle seine Völker? Israel genauso wie Palästina? Die Ukraine genauso wie Russland? Was folgt dann daraus? Müsste es nicht ein Existenzrecht für alle Völker geben - nicht nur für Individuen? 

Im Lehrtext der Losung des 27.10. wird Petrus zitiert, der staunend erkennt, dass Gott jeden Menschen aus jedem Volk annimmt - durch Jesus Christus. Also haben wir Geschwister in allen diesen Völkern, Geschwister überall dort, wo Menschen nach Gottes Willen fragen. Aber wird danach gehandelt? Handeln beginnt ja in unserem Denken. 

Und dann kommt es zu Äußerungen,  geteilten Ideen und dann auch Taten.


Nehmen wir doch die biblischen Worte ernst, 

meint Ihre Pastorin Sabine Klatt

 

 

 

ukrainische Flagge mit Text: Stand with Ukraine, Pray forPeace
In unseren Gottesdiensten beten wir für Frieden, Vergebung, Versöhnung. Immer.
Das ist nicht naiv und macht uns auch
nicht blind.
Krieg kennt nur Opfer, immer auf
beiden Seiten.
Für sie beten wir, wollen und werden aber auch nicht vergessen, wer der
Agressor ist.
Dies ist Putins Krieg!

   Glaube, Liebe, Hoffnung