Willkommen bei der Jakobi- und Luthergemeinde Kiel
Ostern auf die Spur kommen
Geistliche Einordnung von Pastorin Sabine Klatt
Liebe Gemeinde,
wenn man Kinder beim Ostereiersuchen beobachtet, dann fällt auf, dass sie sich nicht so schnell vom Suchen abbringen lassen, auch wenn Ihnen das Schoko-Ei nicht sofort ins Auge fällt. Ich erinnere mich an ein Ostern in meiner Kindheit. Draußen regnete es so stark, dass die Ostereiersuche nach drinnen verlegt werden musste. Und natürlich waren mein Bruder und ich intensiv bei der Suche. Nach 20 Minuten hatten wir schon sehr viele süße Vorräte in unseren Körbchen. Mir reichte es, und ich wollte mich bequem im Sessel zurücklehnen, aber mein Bruder wollte nicht aufgeben und forderte mich auf, weiterzusuchen. „Das sind doch schon alle!“, wollte ich protestieren, aber er ließ das nicht gelten. Mit Akribie machte er weiter. Jedes Sofakissen wurde mehrfach gewendet. Sogar der Teppich wurde teilweise umgedreht. Schließlich fand er das letzte große Ei: Es war oben im Lampenschirm versteckt!
In diesem Jahr kommt es mir mit Ostern vor wie mit der Eier-Suche meiner Kindheit: Es ist nicht so einfach, dem Osterwunder auf die Spur zu kommen. Wie können wir etwas finden, das uns Gewissheit gibt: Die Dunkelheit hat nicht das letzte Wort! Gerade angesichts einer so angespannten Weltlage! Ich glaube, wir brauchen das Vertrauen der Kinder, die einfach suchen, auch wenn sie das, was sie suchen, nicht sofort sehen. Wir brauchen es auch, dass wir einander ermutigen: Wir werden schon finden, was uns versprochen ist: den Sieg des Lebens über den Tod! Denn Jesus Christus ist auferstanden - das ist uns bezeugt worden. Dieses Zeugnis hat Menschen durch die Jahrhunderte Kraft gegeben und Lebensmut. Ich habe Selenskyj im ersten Kriegsjahr der russischen Aggression vor Augen: Er wurde bei seiner täglichen Ansprache vor der Sophienkathedrale in Kiew gefilmt. Er bat Gott, so habe ich es in Erinnerung, er möge der Ukraine ein neues Leben schenken, auf dass sie nach dem Krieg wieder neu auferstehen möge. Denn Gott habe ja die Macht dazu. Und ich sehe, wie er, allen Einschlägen zum Trotz, bis heute durchgehalten hat. Für mich ist die Ukraine mit Selenskyj eine solche Spur zu Ostern hin, dass der Tod nicht über das Leben siegen wird. Sie, liebe Gemeinde, haben vielleicht andere Osterspuren in ihrem Umfeld entdeckt! Lassen Sie uns gemeinsam darüber austauschen und so miteinander Ostern auf die Spur kommen.
Frohe Ostern in diesem Sinne wünscht Ihnen Ihre Pastorin Sabine Klatt.

Das ist nicht naiv und macht uns auch
nicht blind.
Krieg kennt nur Opfer, immer auf
beiden Seiten.
Für sie beten wir, wollen und werden aber auch nicht vergessen, wer der
Agressor ist.
Dies ist Putins Krieg!